CHARLOTTE ROCHE: Eine Feministin mit Humor und freundlichem Herzen

Ja, sie hat das Buch geschrieben, das mit den Hämorriden und der ekelhaft echten Sexualität.

Charlotte ist Schriftstellerin, sie schreibt Bücher und Kolumnen und überhaupt hat sie schon richtig viele richtig coole Sachen gemacht:

  • Roche & Böhmermann

  • Musikfernsehen in den 00 Jahren

  • Bei Markus Lanz die Wahrheit sprechen

  • Die Arbeitsweise der Bildzeitung kritisieren

  • Grimme Preis “Spezial” gewinnen

  • Den Organspende-Ausweis tätowieren

  • Müll aus der Natur entfernen

Gerade macht sie einen super Podcast mit ihrem wunderbaren Ehemann Martin. Der Podcast heißt Paardiologie aber dazu später mehr.


Mit offenem Herzen, in ruhiger Stimme und einem Lächeln auf den Lippen spricht sie unausgesprochene Wahrheiten aus. Geil!
— Ich über Charlotte Roche
 

Schaut mal, wie sie diesem Mann mit freundlicher Ehrlichkeit begegnet

 

First things first: Früher, als Charlotte noch jünger war …

… war sie ziemlich verrückt und Moderatorin bei einem Musiksender. Ich war auch noch jünger, hatte keine Ahnung warum Feminismus so wichtig ist und ich habe sie gejudged. Die Tattoos auf ihren Oberarmen schienen mir als 12-jährige einfach nicht weiblich genug für eine Frau. Auch heute noch challenged Charlotte Roche meine Sicht auf die Welt.


Weil, sie lebt nach ihren Werten

Feminismus ist zum Glück cool und trendy und das ist eine gute Sache.

 

Ein Beispiel: Es ist schön, dass wir ganz stolz T-Shirts mit “We should all be feminists” tragen. #Dior2017

Aber es ist halt fast noch ein bisschen wichtiger diese Werte auch wirklich zu leben, vorzuleben.


Be the change you want to see in the world.
— Mahatma Gandhi

Ich find Charlotte macht was Gandhi vorschlägt, das inspiriert mich. Wie sie das macht?

Natürlich ist es irgendwie ja auch ihr Job, sie schreibt Bücher und spricht in den Medien und nutzt ihre Bekanntheit um feministische Themen auch politisch voranzutreiben (die Tamponsteuer Petition oder die Abschaffung des Artikel 219a zum Beispiel).

Sie macht aber auch Dinge die jeder und jede tun kann.

  1. Andere Frauen stärken

    Ich finde, das ist eines der simpelsten aber nicht einfachsten Dinge die man für mehr Gleichberechtigung tun kann. Frauen stärken. Beziehungsweise aufhören Frauen zu schwächen. Unsicherheiten, lack of self love und das Ego sind uns da manchmal im Weg.

    Charlotte Roche ist mit Lena Meyer-Landrut befreundet und shared ihre Wertschätzung.

    Dadurch habe ich gemerkt, dass ich bisher nicht gut über Lena gedacht habe. Ich nicht dachte “Wow, die Lena das ist eine erfolgreiche Frau, das finde ich prima, die möchte ich unterstützen” sondern eher sowas wie “Wie sieht die denn aus?! Was singt sie da?! Ihre Stimme ist komisch, ihr Outfit auch, …” Bla bla bla

    Dann dachte ich, Okay wenn Charlotte sie mag, dann guck ich nochmal genauer hin.

    Jetzt denke ich: Lena ist eine Frau die lebt ihren Traum, sie ist eine tolle Künstlerin und sie beeinflusst viele junge Menschen und steht zu sich und ihrer Sinnlichkeit und das ist richtig verdammt gut.

    Danke Charlotte, ich bin jetzt Lena Fan <3

 

2. Anzeige wegen sexueller Belästigung

Sisters, die Charlotte frisst richtig viel Scheiße für uns.

Dafür, dass der alltags Sexismus nicht mehr akzeptiert wird, dafür dass wir alle uns bewusster werden wie viele Sachen man einfach so akzeptiert obwohl sie falsch falsch falsch sind. Sie findest es bestimmt viel schöner mit ihrem Hund spazieren zu gehen als in Interview Fragen zu ihrem Fall von Sexueller Belästigung zu beantworten. Trotzdem tut sie es und dafür ein super super liebes dickes Danke, straight von meiner Pussy.

Ich freue mich total dass es sie gibt, dass es mit ihr eine Frau mehr gibt die spricht und laut sagt “Das ist verdammt nochmal nicht in Ordnung, wir akzeptieren das nicht!”

Übergriffe auf Frauen werden ja ohnehin oft verharmlost, etwa wenn man die Täter Grapscher nennt oder eine Hand “ausgerutscht” ist. Eine Hand auf dem Po ist ein sexueller Übergriff. Und da muss man bei jedem einzelnen Fall “Stopp” sagen. Natürlich weiß ich, dass es schlimmere Übergriffe gibt als den, den ich erlebt habe. Aber ich finde es verwerflich, wenn man sagt: Das ist doch nicht so schlimm.
— https://www.zeit.de/arbeit/2018-05/charlotte-roche-metoo-sexuelle-belaestigung-wdr/seite-2
 

Die Story

Ein Mann hat sie angeklagt, weil sie öffentlich gemacht hat, dass dieser sie sexuell belästigt hat. (Was fällt ihr ein die Wahrheit zu sagen huh?) Naja auf jeden fall hat sie “gewonnen”, die Anklage wurde fallen gelassen und das ist sehr sehr gut.

Trotzdem ist es schockierend, dass für manche Menschen Victimblaming eine Lösungsmöglichkeit ist.


Podcast Paardiologie

Charlotte Roche und Ehemann öffnen die Tür zu einer ganz persönlichen Audio-Therapie. In “Paardiologie” sezieren sie 15 Jahre Beziehung mit allen Höhen und Tiefen. Sie reden über Sex und Paketdienste, Geld und Spülmaschinen, andere Paare und Frischhaltefolie. Und immer geht es um die wichtigste Frage: Kann die Liebe in einer langen Beziehung überleben?
— Spotify

Zusammen mit ihrem wundervollen Mann Martin ist sie ein gutes Vorbild. Die beiden übernehmen überhaupt mal irgendeine Vorbildfunktion für die Generation Beziehungsunfähig.

Charlotte Roche ist Feministin und sie widmet ihr Leben der Liebe.

Es ist krass aber durch den Podcast fällt mir auf, dass ich bisher echt noch nie von so richtigen echten Erwachsenen was über die Kunst der Ehe gelernt habe. Hab meine Oma mal gefragt wie sie es geschafft hat so lange mit dem Opa zu bleiben “Einfach nicht Schluss machen” war ihre Antwort. Die Beziehung meiner Eltern, davon bekomme ich nicht sehr viel mit und das ist ja vielleicht auch gut für mich. Meine Eltern kenne ich mehr als Eltern, nicht als Ehepartner.

So gabs für mich früher also Dr. Sommer und dann Youporn und jetzt Ester Perel und nun auch noch die Paardiologie. Das wird ja immer besser.

Ich höre mir jede Folge an mein größtes bisheriges Learning geht so:

Die Beiden erzählen, dass sie von ihrer Paartherapeutin gelernt haben, dass es im Grund genommen total egal ist mit wem man zusammen ist. Der Partner ist nur dein Spiegel und was du siehst bist immer du selbst. In Beziehungen hat man die großartige Möglichkeit seine eigenen dunklen Ecken anzugucken, mentalen Blockaden aufzulösen und Traumata zu heilen. That’s it. Darum der Pro-Tipp: Such dir einen Partner und bleibe bei dem und arbeite an dir.


Für mehr Realität auf Instagram

Ich folge ihr sehr gerne bei Instagram, freue mich immer wenn sie ne neue Story gepostet hat. Sie ist super real. Ihr gespeicherten Stories heißen “Ehe” “Gefühle” oder “Müll”. Sie hat wunderschöne graue Strähnen in ihren Harren und ist einfach verdammt lustig. Klaro setzt sie sich auch für feministische Themen ein und informiert über Protestmöglichkeiten.


Was noch?

… noch ein bisschen mehr

In der Kolumne “Jetzt könnte es kurz Wehtun” hat sie über viele wichtige Themen geschrieben und mich zu neuen Gedanken inspiriert.

  1. Sich von den Eltern trennen

    Sie hat sich von ihren Eltern getrennt hat, von ihren lebenden Eltern. Das finde ich ist ein total wichtiges Thema, und eines von dem ich denke, dass es viele Menschen beschäftigt aber nur wenige darüber sprechen.

    Ich kenne es nur zu gut, wenn man einfach keine Lust mehr hat mit der Familie befreundet, mit Familienmitgliedern in einer Beziehung zu sein, aber irgendwie ist das auch nicht so richtig in Ordnung. Zack fühlt man sich scheiße egal was man tut.

  2. Veganismus = feminismus

Vegetarische Ernährung beendet nur das männliche Tierleid. Die weiblichen Tiere müssen ein Leben lang leiden, weil Menschen Eier, Milch und Geburten von ihnen wollen.
— https://sz-magazin.sueddeutsche.de/charlotte-roche-jetzt-koennte-es-kurz-wehtun/warum-ich-tier-feministin-bin-85858

3. Umweltschutz

Wir müssen alle verzichten. Wir müssen alle versuchen auf allen Ebenen für ein bessere Klima zu kämpfen. (...) Ich kann es überhaupt nicht mehr aushalten, dass Kerosin nicht besteuert wird.
— Charlotte Roche am 29.05.2019 bei Markus Lanz
 

Charlotte praktiziert plogging.

Charlotte ist bekennende Ploggerin.

Na, hast du jetzt auch ein bisschen Lust zu ploggen?


Fazit: Warum ich Charlotte Roche liebe

Ich mag Charlotte Roche besonders gerne, weil ich finde, dass sie ein liebevolles, freundliches Wesen hat.

Ich bin ihr unendlich dankbar für ihren Einsatz für mehr Geschlechtergerechtigkeit.

Ihre Stärke und Mut inspirieren mich.

Ich fühle mich verbunden mit Charlotte Roche, weil sie das Wunderbare, das Be-Wunderbare im Alltäglichen wahrnimmt. #lovelife

Wenn du Charlotte Roche jetzt nicht liebst, musst du ein Herz aus Stein haben. Oder aus Plastik.

<3